Jetzt wackelt nichts mehr (mit Spickzettel)

Was nutz der beste Autofokus, die beste manuelle Scharfstellung, wenn dann das Bild verwackelt wird, weil die Verschlusszeit zu niedrig gewählt wurde? Zu Zeiten der analogen Fotografie gab es eine einfache Faustformel:

Miminimale Verschlusszeit = 1 / Brennweite
bei einem 50mm-Objektiv  ergab sich also 1/50 Sekunde als minimale Verschlusszeit und man stellte an der Kamera die nächst höhere verfügbare Verschlusszeit, also in diesem Beispiel 1/60 Sekunde ein.

Seither haben sich zwei entscheidende Dinge getan:

  • Die meisten Kameras bzw. Objektive haben einen eingebauten Verwacklungsschutz (Bildstabilisierung), der es zulässt bei einer vier- bis achtfach längeren Verschlusszeit noch unverwackelte Bilder zu schießen.
  • Viele Kameras haben keinen Vollformatsensor, entsprechend dem früheren Kleinbildformat, sondern einen Crop-Sensor, der die effektive Brennweite um das 1,5-fache verlängert.

Als neuesten Spickzettel habe ich eine Übersicht zusammengestellt, die für Vollformat und Crop-Sensoren ((1,5 und 1,6) die Mindestverschlusszeiten für freihändig geschossene Fotos zusammenstellt. Bei den Angaben zur Freihand mit Bildstabilisierung habe ich eine mögliche vierfach kürzere Verschlusszeit angenommen. Moderne Kameras ab Baujahr 2012 sollten aber problemlos auch beim ersten roten Punkt noch unverwackelte Freihandbilder ermöglichen. Genauere Angaben zu den Möglichkeiten Ihrer Bildstabilisierung finden Sie im Handbuch Ihrer Kamera. Solltern Sie statt Blut Eiswasser in den Adern haben oder olympischer Meisterschütze sein, können Sie die Reihen um einen Punkt nach rechts verschieben. Bei plötzlich auftrettenden Schüttelfrostanfällen bietet sich eine Verschiebung um (mindestens) einen Punkt nach links an.

Wie immer gilt die alte Fotografenweisheit:
Mit dem Stativ gehts niemals schief.

Bitte beachten Sie aber, dass Sie die Bildstabilisierung beim Arbeiten mit dem Stativ vorübergehend ausschalten, da diese sonst wieder eigene Verwacklungen produzieren kann – unglaublich, aber wahr. Wie immer beim Arbeiten mit Stativ gilt: Nutzen Sie nach Möglichkeit die Spiegelvorauslösung (auch Spiegelverriegelung oder Spiegelarretierung genannt). Näheres finden Sie in Ihrem Kamerahandbuch. Vergessen Sie auch nicht über Fernauslöser oder zeitversetzten Selbstauslöser auszulösen, sonst können Sie sich das Stativ auch gleich sparen.

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SPZ_05_Verwacklungsfreie Bilder

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