Cropzeug: Vollformat und APS-C erklärt

Der Sensor in einer Digitalkamera ist der Nachfolger des früheren Films. Sensoren, die dem früher für Spiegelreflexkameras üblichen 35mm-Format entsprechen, werden als Vollformat-Sensoren bezeichnet. Neben den Vollformat-Sensoren finden sich häufig APS-C-Sensoren in modernen Spiegelreflexkameras. APS-C-Sensoren haben je nach Marke einen Formfaktor von 1,5 (Minolta, Nikon, Pentax, Sony) oder 1,6 (Canon). Diese Sensoren sind um 33% – 37,5% kleiner. Warum? Aus zwei Gründen. Kleinere Sensoren beanspruchen weniger Platz in der Kamera und erlauben kompaktere Bauformen außerdem sind kleinere Sensoren wesentlich preiswerter herzustellen.

Was bedeutet der Unterschied praktisch?

Bereits bei Vollformat-Sensoren wird nicht das vollständige Bild, dass das runde Objektiv erfasst, aufgenommen und gespeichert, wie man der Abbildung entnehmen kann. Dadurch werden Verzerrungen, die jede Linse an ihren Rändern hat verringert. Beim APS-C-Format wird nur der Mittelteil des vom Objektiv erfassten Bildes aufgenommen, dies gilt zumindest für die üblichen Objektive, die sowohl an Vollformat-Kameras als auch an APS-C-Kameras verwendet werden können. Letztendlich handelt es sich dabei um eine Beschneidung des Bildes, deshalb wird es im Englischen auch als «Crop-Format« (to crop: abschneiden, stutzen) bezeichnet.

Dies führt dazu, dass bei verwendung des gleichen Objektivs bei gleicher Brennweite zwei unterschiedliche Bildausschnitte beim Einsatz an einer Vollformatkamera und einer APS-C-Kamera entstehen. In diesem Zusammenhang taucht häufig der Begriff der »Brennweitenverlängerung« auf, da der gleiche Ausschnitt wie beim Einsatz eines im Vergleich um den Faktor 1,5 bzw. 1,6 größeren Brennweite fotografiert worden.

 

 

Nehmen wir an, das Bild sei mit einem 50mm-Objektiv aufgenommen worden. Um mit einer Vollformatkamera den gleichen Ausschnitt wie mit der APS-C-Kamera abzubilden, müsste man zu einem 75mm-oder sogar 80mm-Objektiv (bei APS-C 1,6) greifen. Im Grunde handelt es sich bei dem Bild einer APS-C-Kamera um eine Ausschnittvergrößerung des Vollformat-Bildes.
In Fachartikeln in Zeitschriften und im Internet wird bei der Angabe von Brennweiten häufig einfach davon ausgegangen, dass der Leser eine Vollformat-Kamera besitzt. Zumindest im Hobbybereich ist eher davon auszugehen, dass eine APS-C-Kamera genutzt wird. Welches Objektiv Sie tatsächlich an einer APS-C-Kamera benötigen, um den gleichen Ausschnitt wie im Vollformat zu erhalten, verrät Ihnen ein ⇒ Spickzettel.

 

Und noch einmal im direkten Vergleich

Nehmen wir einmal an, dass es sich nicht um Bildausschnitte handelt, sondern jedes dieser »Einzelbilder« mit unterschiedlichen Kameras (Vollformat und APS-C) und jeweils einem 50mm-Objektiv aufgenommen wurde. Welches Objektiv müsste man dann an anderen Formaten nehmen, um den gleichen Bildausschnitt von der gleichen Stelle aus zu fotografieren? In Klammern ist jeweils die Brennweite angeben, für die üblicherweise Objektive erhältlich sind.

50mm-Objektiv an Vollformat

Crop_erklaert_Vollformat

APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,5 
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 33mm-Objektiv (35mm-Objektiv).

APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,6
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 31mm-Objektiv (30mm-Objektiv).

 


 50mm-Objektiv an APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,5

Crop_erklaert_APSC15

Vollformat-Kamera
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 70mm-Objektiv.

APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,6
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 44mm-Objektiv (45mm-Objektiv).

 


50mm-Objektiv an APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,6

Crop_erklaert_APSC16

Vollformat-Kamera
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 80mm-Objektiv.

APS-C-Kamera mit Formatfaktor 1,5
Für den gleichen Bildausschnitt benötigt man ein 53mm-Objektiv (55mm-Objektiv).

 

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